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Das moderne China

 
 
  Christopher West: Zuviel himmlischer Frieden
Berlin: Aufbau, 2002. 246 Seiten. 8,50 Euro.

Beijing, Frühjahr 1991: Ein Mann wird in einem Opernhaus ermordet, ein paar Sitzreihen hinter dem Platz von Kommissar Wang. Der übernimmt sofort die Ermittlungen - froh, dem langweiligen Fall um den Diebstahl von wertvollen Antiquitäten, der seine Abteilung seit längerem beschäftigt, zu entrinnen. Die Lösung des Mordes ist schnell und einfach: Eine junge Frau gesteht, sie habe ihren ehemaligen Liebhaber ermordet, weil er sie verlassen habe.

Wang ist nicht überzeugt von der einfachen Lösung, doch die Diebstähle von der archäologischen Ausgrabungsstätte in den Huashan-Bergen verlangen seine Aufmerksamkeit. Bald kommt ihm ein Verdacht: Stehen die beiden Fälle in einem Zusammenhang? Aber genau in dem Moment, als die Fäden sich vor ihm zu entwirren beginnen, holt ihn die Vergangenheit ein: Wang soll in einer öffentlichen Kritiksitzung berichten, was er während der Studentendemonstrationen im Frühsommer 1989 getan hat... (wp)

  Zuviel himmlischer Frieden

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  Christopher West: Der Verräter vom Schlangental
Berlin: Aufbau, 2003. 240 Seiten. 8,50 Euro.

Es ist ein Wiedersehen mit gemischten Gefühlen: Nach fünf Jahren kommt Wang Anzhuang, Kriminalkommissar aus Beijing, in sein Heimatdorf Nanping. Mitte der Neunziger haben die Deng'schen Reformen auch die Provinz Shandong erreicht. Nicht nur zum Vergnügen Wangs: Er findet das Dorf gespalten in Befürworter und Gegner eines Staudamm-Projektes, das der ehrgeizige Parteisekretär Wu vorantreiben will.

Eines Morgens wird Wu ermordet aufgefunden. Waren es die Gegner des Staudamms? Oder liegt das Motiv für die Tat in Wus Vergangenheit? Welche Rolle spielt Wang Anming, der ältere Bruder des Kommissars und vehementer Gegner des Damm im Schlangental, in dem Spiel? Obwohl Wang Anzhuang seiner jungen Frau versprochen hat, den gemeinsamen Urlaub zu genießen, kann er es nicht lassen, die Dorfpolizei in dem Fall zu unterstützen.

Beschrieb West im ersten Roman um Kommissar Wang die Zeit nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens, behandelt er im vorliegenden die Auswirkungen der Kulturrevolution, die bis in die Gegenwart hinein reichen.

  Der Verräter vom Schlangental

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  Christopher West: Der rote Mandarin
Berlin: Aufbau, 2003. 272 Seiten. 7,95 Euro.

Sein dritter Fall führt Kommissar Wang Anzhuang ins kapitalistische Ausland, nach Hongkong. Kurz vor der Übergabe der britischen Kronkolonie an die Volksrepublik China wird in Hongkong ein hoher Funktionär der Kommunistischen Partei ermordet aufgefunden. Grund genug für die Regierung in Beijing, zwei ihrer besten Ermittler in den Süden zu schicken.

Die offiziellen Stellen präsentieren schnell eine Lösung des Falls: Die Briten machen die Prostituierte, mit der sich der Funktionär traf, für den Mord verantwortlich. Die Chinesen hingegen beschuldigen den britischen Geheimdienst.

Doch Wang findet schnell heraus, dass beide Theorien nur vorgeschoben sind. Wer aber hat den roten Mandarin auf dem Gewissen? Haben die Triaden etwas damit zu tun? Das Hackebeil und der Drohbrief auf dem Hotelbett sehen nach der Handschrift des organisierten Verbrechens aus. Oder hat gar der hiesige Parteisekretär einen unbequemen Konkurrenten aus dem Weg geschafft?

  Der rote Mandarin

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  Qiu Xiaolong: Tod einer roten Heldin
München: dtv, 2004. 464 Seiten. 9,90 Euro.
Wien: Paul Zsolnay Verlag, 2003. 464 Seiten. 23,50 Euro.

Eigentlich steht Oberinspektor Chen Cao von der Shanghaier Mordkommission der Sinn nach ganz anderem: nach seiner neuen Wohnung, die er gerade bezogen hat, nach Lyrik und nach der attraktiven Journalistin Wang Feng. Statt dessen muss er diesen mysteriösen Mordfall lösen - eine nackte Frauenleiche, die ein Beamter zufällig beim Angeln in einem abgelegenen Kanal entdeckt hat.

Doch der Fall wird hochpolitisch: Denn die Tote war, wie sich herausstellt, eine Modellarbeiterin, eine Heldin der Arbeit, die ein so gar nicht modellhaftes Doppelleben geführt zu haben scheint. Und die Spur führt ausgerechnet zu einem altgedienten Kader. Für den frisch gebackenen Leiter einer Spezialeinheit beginnt ein Balanceakt - zwischen der Suche nach dem Täter und den Interessen einiger alter Kader, denen der Oberinspektor durch seinen schnellen Aufstieg und seine literarischen Neigungen ein Dorn im Auge ist.

Einzig einige zeitliche Details scheinen dem Autor durcheinander geraten zu sein: Der Mord passiert am 11. Mai 1990, ein knappes Jahr nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Viele Requisiten, die Qiu in seinen Roman einflicht - Internet-Cafés, CDs mit raubkopierter Software oder Mobiltelefone - gehören jedoch eher in die zweite Hälfte der Neunziger Jahre.

Dennoch: Ein spannendes Sittengemälde der chinesischen Gesellschaft im Umbruch - und ein spannender Krimi dazu. (wp)

  Tod einer roten Heldin

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  Shan Sa: Die Go-Spielerin
München: Piper, 2004. 251 Seiten. 8,95 Euro.
München: Piper, 2002. 251 Seiten. 18,90 Euro.

Eine Kleinstadt in der japanisch besetzten Mandschurei, 1937. Eine Schülerin, Nachkomme von Mandarinen der Qing-Dynastie, spielt auf dem zentralen Platz Go. "Im Go-Spiel führt allein perfekte Ästhetik zum Sieg" - und die Schülerin beherrscht die Ästhetik des Spiels bis zur Perfektion. "Ein Go-Spiel stürzt mich in einen Taumel, der mich vom Rest der Welt abschneidet."

Doch während die Protagonistin sich dem Krieg auf dem Brett widmet, eskaliert der wirkliche Krieg um sie herum. "Wir sind ihre Retter", ist der junge japanische Soldat überzeugt - eine euphemistische Umschreibung für das grausame Regiment, das die Besatzer in Mandschu-Guo führen. Und gegen das einige junge Chinesen aufbegehren.

Ihr Aufstand scheitert. Um den Revolutionären auf die Spur zu kommen, mischt sich der Soldat verkleidet unter die Einheimischen. Bei einer Go-Partie hofft er, ihnen auf die Spur zu kommen.

Der Roman ist selbst ein Go-Spiel. Zug um Zug setzen die junge Frau und der Soldat ihre Steine, Kapitel für Kapitel entwickelt sich die Handlung, jeweils abwechselnd in ersten Person erzählt. "Die Stellung eines Steines entwickelt sich je nachdem, wie die anderen zu ihm liegen. Ihr Verhältnis wird immer komplexer, wandelt sich und entspricht nie genau dem, was man vorher gedacht hat." Wie das Spiel so entwickelt sich auch der Roman - die Beziehungen der verschiedenen Personen werden komplexer, ändern sich und sind oft genug auf bestürzende Weise nicht so, wie die Protagonistin sie sich vorgestellt hat.

Go ist ein Strategie-Spiel, und es herrscht Krieg in China. Wie die Go-Soldaten werden auch einige der handelnden Personen geschlagen. Denn "Go ist das Spiel der Lüge. Man umzingelt den Feind mit Trugbildern, man zielt auf die einzig echte Wahrheit, den Tod", analysiert die junge Chinesin. Schließlich treiben Spiel und Leben unausweichlich dem Ende und der Wahrheit entgegen. (wp)

  Die Go-Spielerin

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  Dai Sijie: Balzac und kleine chinesische Schneiderin
München: Piper, 2003. 208 Seiten. 8,95 Euro
München: Piper, 2002. 199 Seiten.

"Ich spüre bloß Haß, Haß, Haß gegenüber allen, die uns diese Bücher verboten haben", sagt Luo, nachdem er den geheimnisvollen Koffer von Brillenshang geöffnet hat. "Ein Satz wie dieser konnte viele Jahre Gefängnis kosten", denn die Bücher stammen aus dem Westen, und die Zeit ist die Kulturrevolution.

Zwei junge Studenten (die eigentlich keine sind) sind zur Umerziehung irgendwo in die Bergwelt Yunnans verbannt worden - und ihre Chance, dort jemals wieder wegzukommen beträgt "drei zu tausend". Was bleibt ihnen anderes als Humor und die Geige des Erzählers, um ihr Schicksal erträglich zu machen in der Welt der zum Glück zuweilen von Kultur recht unbeleckten Bergbewohner, die sich sogar überzeugen lassen: "Mozart ist mit seinen Gedanken immer beim Großen Vorsitzenden Mao."

Alles scheint verloren - bis die beiden zuerst die Tochter des Schneiders treffen und ihnen dann - welch Glücksfall! - ein Koffer voller Bücher (wenn auch auf nicht ganz revolutionär-korrekte Weise) in die Hände fällt. Die Bücher werden ihnen beinahe noch zum Verhängnis. Aber die von den Eltern erlernten medizinischen Kenntnisse retten die Studenten vor der Staatssicherheit.

Eine Hommage an die Lebensfreude, die Liebe, Bücher und natürlich das Erzählen, die inzwischen auch unter der Regie des Autors verfilmt wurde. (wp)

  Balzac und kleine chinesische Schneiderin

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  Gao Xingjian: Auf dem Meer
Frankfurt/Main: Fischer, 2000. 93 Seiten. 8,90 Euro

"Auf dem Meer" ist eine Sammlung von vier Erzählungen von Gao Xingjiang, dem Träger des Literatur-Nobelpreises 2000. Der weitgehend unbekannte Gao bekam überraschend im Herbst 2000 den Literatur-Nobelpreis verliehen; eine in der Fachwelt umstrittene Entscheidung. In den vier frühen Erzählungen reflektiert der 1989 emigrierte Schriftsteller die Situation Chinas Anfang der 80er Jahre, zwischen Modernisierung und den Nachwehen der Kulturrevolution. (wp)   Auf dem Meer

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  Wang Shuo: Oberchaoten
Zürich: Diogenes, 2001. 272 Seiten.

Wang Shuo gilt als einer der populärsten Gegenwartsautoren Chinas - trotz Schreibverbotes und Emigration in die USA. In seinen Werken beschreibt der 1958 geborene Wang die Generation zwischen Kulturevolution und Demokratiebewegung, einer Generation, die nicht mehr in den Genuß der Eisernen Reisschüssel, und noch nicht in den der Segnungen der Deng'schen Reformen gekommen ist. Also müssen sich die Oberchaoten ihren Lebensunterhalt anders verdienen: Findig wie sie sind, gründen sie ein Unternehmen, das sich auf ungewöhnliche Dienstleistungen spezialisiert. Böse Zungen würden die Betreiber der 3-TD-Service-Gesellschaft ("3 Tolle Dienstleistungen") als Lügner, Betrüger oder Maulhelden bezeichnen. Sie selbst sehen sich eher als literarisch angehauchte Helfer in Zwangslagen. (wp)   Oberchaoten

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  Wang Shuo: Herzklopfen heißt das Spiel
Zürich: Diogenes, 1997. 400 Seiten. 9,90 Euro

Zehn Jahre sind eine lange Zeit - zu lange, um sich an Einzelheiten zu erinnern. Das muss auch Fang Yan einsehen, als ihn die Polizei wegen eines Mordes befragt. Die Tat liegt zehn Jahre zurück, kurz nach dem Ende der gescheiterten Invasion in Vietnam. Das Opfer: ein Kamerad aus Fangs Einheit. Fang soll der letzte gewesen sein, der den Ermordeten lebendig gesehen hat. Doch er erinnert sich nur an diverse Saufgelage mit den Kameraden. Um sich von dem Verdacht zu befreien, tritt Fang eine ungewöhnliche und gefährliche Reise in die Vergangenheit an. (wp)   Herzklopfen heißt das Spiel

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  Richard Mason: Suzie Wong
München: Heyne, 2001. 398 Seiten.

Mitte der Fünfziger in Hong Kong in ein Bordell einzuchecken, war vermutlich die weitreichendste Entscheidung, die der Star-Autor Richard Mason jemals getroffen hat. Denn dort hat er nicht nur all die Prostituierten und Matrosen kennen gelernt, die Hong Kong entscheidend geprägt haben. Sondern er hat sich auch in Suzie Wong verliebt: eine Legende! Mit dieser Liebesgeschichte über einen englischen Künstler und eine chinesische Prostituierte hat Richard Mason ein Meisterwerk geschaffen, das mehrere Millionen mal über den Ladentisch ging, natürlich auch auf diversen Schwarzmärkten. Denn Anfang der Sechziger hat die Paramount-Verfilmung "The World of Suzie Wong" einen gewaltigen Skandal ausgelöst. Deshalb ist "Suzie Wong" heute nicht nur ein Klassiker, sondern Pflichtlektüre für alle, die Hong Kong verstehen wollen. (ah)   Suzie Wong

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Das klassische China

 
 
  Da Chen: Meister Atami und der kleine Mönch
München: Piper, 2004. 328 Seiten. 14 Euro.

China ist besetzt von den grausamen Mogo. Nur die Kungfu-Kämpfer des Xi-Ling-Ordens können ihnen Widerstand leisten. Der Ordensbruder Atami zieht im Verborgenen den Jungen Luka auf, der an seinen Füßen das Zeichen des kommenden Kaisers trägt. Doch bis Luka den Drachenthron besteigen kann, ist es ein langer Weg. Er muss nicht nur aus dem Gefängnis fliehen und Abenteuer mit Fabelwesen bestehen, sondern auch in mühsamer Arbeit seine Kampfkunst verbessern, bevor er es mit dem Mogo-Anführer aufnehmen kann.

Autor Da steht in der Tradition der chinesischen Fantasy, wie etwa den Filmen "Chinese Ghost Stories" oder "A Terracotta Warrior". Andererseits bezieht er sich auf Martial Arts-Geschichten, die jüngst durch Filme wie "Hero" oder "Tiger & Dragon" wieder in Mode gekommen sind. (wp)

  Meister Atami und der kleine Mönch

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  Robert van Gulik: Die Richter Di-Romane

Wer Krimis im allgemeinen und Krimis, die in China angesiedelt sind, im besonderen schätzt, kommt an Robert van Guliks Zyklus um Richter Di Renjie nicht vorbei. Der Leser begleitet den Richter fast 20 Jahre lang auf seinen verschiedenen Stationen als Bezirksrichter und später als Gerichtspräsident.

Weil der Zyklus um den cleveren Kriminalisten der Tang-Dynastie etwas umfangreicher ist, stellen wir ihn auf einer eigenen Seite vor. (wp)

  Di Renjie

 
 
 
  Evelyn McCune: Wu Jao
Die Kaiserin

München: Heyne, 2006. 608 Seiten. 9,95 Euro

Nach dem Sturz der Sui-Dynastie im Jahre 618, wird Wu Jao (624-705) an den Hof des Kaisers Taizong geschickt. Auf diese Weise will ihr Familie, Aristokraten aus der Sui-Dynastie, ihr Ansehen vergrößern.

Bei Hofe angekommen, verstößt die impulsive Wu immer wieder gegen höfische Etikette. Der Kaiser, der Hofschranzen und Kriecher überdrüssig, findet Gefallen an der aufrechten jungen Frau. Sie wird seine Geliebten und Beraterin. Nach seinem Tod wird sie verbannt. Doch der neue Kaiser Gaozong holt sie zurück an seinen Hof und macht sie zur Kaiserin. Nach Gaozongs Tod übernimmt sie selbst den Thron und gründet sogar eine eigene Dynastie. Der Richter und Staatsmann Di Renjie galt als ihr starker Gegenspieler - einen Hinweis darauf findet sich auch im letzten Roman aus Guliks Richter Di-Zyklus. (wp)

Eine ausführliche Rezension gibt es hier.

  Wu Jao Die Kaiserin

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  Linda Sunshine: Tiger & Dragon
Nürnberg: Burgschmiet, 2001. 144 Seiten.

Wer hat nicht mit Yu Shu Lien (Michelle Yeoh) mitgezittert, ob sie am Ende erfolgreich um Li Mu Bai (Chow Yun Fat) wirbt? Wer hat nicht die Armlehnen umklammert bei den atemberaubendsten Kampfszenen, die je über eine Leinwand flimmerten, beispielsweise beim Showdown zwischen Li Mu Bai und Jen (Zhang Ziyi) auf dem schwankenden Spitze eines Bambus? Mit "Tiger & Dragon" ist Ang Lee ein Meisterwerk aus Handlung, Action, Effekte und aufwendige Austattung gelungen.

Wer sich nicht im Kino nicht daran satt sehen konnte, hat hier die Gelegenheit, Bilder, Dialoge und ergänzende Texte zu genießen. Wer will, kann auch seinen CD-Player mit dem Soundtrack füttern. (wp)

  Tiger & Dragon

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  Die Räuber von Liang Shan Moor
Frankfurt/ Main: Insel Taschenbuch, 1975. 862 Seiten. 16 Euro

Die Geschichte der Rebellen vom Liang Shan Moor gilt als eine der wichtigsten klassischen chinesischen Romane. Die Figuren des chinesischen Schelmenromans, der in der Song-Dynastie (um 1100) spielt, sind historisch verbürgt und galten seinerzeit als Volkshelden, die die einfachen Bauern gegen die Willkür des Adels schützten. Auch die beiden Gehilfen von Richter Di gehörten, bevor sie in den Dienste des Richters traten, einer solchen Bruderschaft an. (wp)   Die Räuber vom Liang Shan Moor

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  Wang Shi-Zheng: Jingpingmei (Kin Ping Meh)
oder: Die abenteuerliche Geschichte von Xi Men (Hsi Men) und seinen sechs Frauen

Frankfurt/Main: Insel, 1977. 906 Seiten. 18 Euro

Jingpingmei (King Ping Meh) gilt als einer der bedeutendesten chinesischen Romane. Der Sittenroman aus der späten Ming-Zeit handelt vom ausschweifenden Leben des Simen Jing, eines reichen Geschäftsmannes und korrupten Kreisrichters, seiner sechs Frauen und zehn gleichgesinnten Kumpanen. Der Leser erhält nicht nur Eindrücke aus dem Alltag im China des 17 Jahrhunderts, sondern auch von den typischen Schwierigkeiten dieser Zeit. Der Roman ist bemerkenswert vorurteilsfrei, ungebunden und erotisch - weshalb er mehrfach von höchster Stelle verboten wurde. Umso erstaunlicher, daß dieses Werk von dem Bruder des Qing-Kaisers Kangxi vollständig ins Mandschurische übersetzt wurde; diese Ehre wurde in der Qing-Dynastie nur ganz wenigen chinesischen Werken zuteil. Aber seither ist zumindest sicher: Jingpingmei ist besonders wertvolles Stück Weltliteratur. (ah)   Jingpingmei

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  Cao Xueqin: Der Traum der roten Kammer
Frankfurt/Main: Insel, 1995. 831 Seiten. 16,50 Euro

Das lesen die Chinesen gerne: einen Roman über den Verfall eines edlen, großen Geschlechts, das dank der sittlichen und geistigen Anstrengungen seines jüngsten Sprösslings wieder zu Ruhm und Ehre gelangt. Denn obwohl dieser große Roman aus dem 18. Jahrhundert mitten in der Qing-Dynastie spielt, die von 1644 bis zum Ende des chinesischen Kaiserreiches 1911 dauerte, ist der Stoff noch heute hochaktuell. Schließlich beschreiben die Autoren, es waren vermutlich Cao Xueqin und sein Nachlassverwalter Gao O, nicht nur die Tragik zwischen daoistischer Lebensführung und Lust, sondern auch die verschiedenen Protagonisten sehr anschaulich. Deshalb ist die Lieblingslektüre der Chinesen eine hervorragende kulturwissenschaftliche Quelle, nicht nur für Studenten. (ah)   Der Traum der roten Kammer

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