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Tibet

 
 
  Eliot Pattison: Der fremde Tibeter
Berlin: Aufbau, 2002. 495 Seiten. 10 Euro.

Es ist ein Morgen wie jeder andere in der 404. Strafbrigade, die irgendwo im tibetischen Hochland eine Straße baut. Doch dann findet einer der Sträflinge eine kopflose Leiche. Der Chefermittler des Bezirks ist in Urlaub, deshalb wird Shan Tao Yan verpflichtet den Fall zu lösen. Einst gefeierter Ermittler, der in der im fernen Beijing Korruptionsfälle aufdeckte, trat er eines Tages den Falschen auf den Fuss und verschwand im Lao Gai, dem chinesischen Gulag.

Nun soll er also den rätselhaften Mord aufklären. Wichtigste Vorgabe: Schnell muss es gehen, denn man erwartet eine amerikanische Delegation - die erste in diesem abgelegenen Bezirk. Und der Fall muss vor der Ankunft der Fremden gelöst sein. Bald schon gibt es einen Verdächtigen - einen, der den lokalen Parteibonzen gerade recht kommt: ein tibetischer Mönch und bekannter Gegner der Chinesen. Allein, Shan traut der Sache nicht und macht sich auf die Suche nach dem wahren Schuldigen. Der Fall wird immer undurchsichtiger, die Zeit knapper und immer neue Protagonisten erscheinen auf der Bildfläche. Buchstäblich in letzter Minute findet Ermittler Shan die überraschende Lösung.

Pattison hat mit dem "fremden Tibeter" einen intelligenten und gut komponierten Krimi vor dem Hintergrund des Konfliktes auf dem Dach der Welt vorgelegt. (wp)

  Der fremde Tibeter

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  Eliot Pattison: Das Auge von Tibet
Berlin: Aufbau, 2003. 495 Seiten. 10 Euro.

Shan Tao Yan war Ermittlungsbeamter in Beijing. Doch als er seine Vorgesetzten mit seinen hartnäckigen Recherchen stört, wird er in einem Arbeitslager in Tibet verbannt. Nach seiner Entlassung helfen ihm tibetische Mönche, sein seelisches Gleichgewicht wiederzufinden. Doch dann bitten sie ihn, in Xinjiang den Tod einer Lehrerin aufzuklären...

"Das Auge von Tibet" ist ein ungewöhnlicher und eigenartiger Krimi, der seinen Leser nach und nach in den Bann zieht. Der Plot entfaltet sich nur langsam, dafür ist die Geschichte reich an Einsichten in das Leben der Uiguren und Kasachen in der Provinz Xinjiang, in der es wie in Tibet bis heute immer wieder Unruhen gibt. Der Krimi führt in die Wüste, zu geheimnisvollen verschütteten Ruinen, die früher entlang der Seidenstraße lagen, und zu magischen Bergseen. Er zeigt den Kampf der Tibeter um geistige Unabhängigkeit, das immer wieder variierte Unterdrückungsinstrumentarium der Chinesen. Besonders aber glänzt er mit fein gearbeiteten Charakterstudien. Der amerikanische Wirtschaftsjournalist Eliot Pattison bietet einen lebendigen Eindruck über die Situation in Tibet und Xinjiang, wie sie kein Zeitungsartikel leisten kann. (csh)

  Das Auge von Tibet

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