Reisen in Asien - Ostasien.net

 
 
  Wladimir Arsenjew: Der Taigajäger Dersu Usala
Zürich: Unionsverlag, 2003. 288 Seiten. 12,90 Euro

Anfang des 20. Jahrhunderts ließ sich Wladimir Klawdijewitsch Arsenjew, Geograf und Offizier in der Armee des Zaren, in den Fernen Osten Russlands versetzen, um dort das Grenzgebiet zwischen China und Russland zu erforschen.

Auf seiner ersten Expedition trifft er den Taiganomaden Dersu Usala. Dersu wird Arsenjews Führer durch die unwegsame Wildnis. Nur durch die Hilfe des erfahrenen Jägers überlebt der Naturforscher Schneestürme, Waldbrände und Tigerangriffe. Doch bald wird aus dem Führer ein Freund - und Arsenjews Blick für die Schönheit der Natur - und die Eingriffe des Menschen schärft sich.

Die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Taiganomaden und dem Geografen des Zaren wurde 1975 vom japanischen Regisseur Akira Kurosawa verfilmt. (wp)

  Der Taigajäger Dersu Usala

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  Wilhelm von Rubruk: Beim Grosskhan der Mongolen 1253-1255
Stuttgart: Edition Erdmann, 2003. 320 Seiten. 24 Euro

Der Reisende war enttäuscht: Um die halbe Welt war er im Auftrag des französischen Königs Ludwig IX. nach Karakorum, die Hauptstadt der Eroberer gereist. Doch diese war, so befand er, "nicht einmal so stattlich wie der Marktflecken St. Denis." Der Franziskaner irrte: Karakorum war das Zentrum des mongolischen Imperiums, das vom Pazifik bis zum Mittelmeer reichte, eine weltoffene, eine internationale Metropole. Hier lebten neben hohen mongolischen Beamten Menschen aller Herren Lšnder. Und was den Gesandten aus dem christlichen Abendlandes am meisten erstaunte: Die Stadt war gepraägt durch religiöse Toleranz: "Es gibt zwölf heilige Tempel unterschiedlicher Nationen, zwei Moscheen, wo das Gesetz von Mohammed ausgerufen wird, und eine christliche Kirche befindet sich ganz am Ende der Stadt."

Diplomatisch war Wilhelms Mission ein Fehlschlag: Möngke Khan zeigte keinerlei Interesse daran, zum Christentum überzutreten, noch wollte er die Christen gegen die Araber in Kampf um das Heilige Land unterstützen. Historisch jedoch ist der Reisebericht des Mönchs aus Rubruk in der Nähe des heutigen Dünkirchen ein Glücksfall. Kein anderer Reisender hat das Leben im Herzen des mongolischen Reiches so genau beschrieben wie Wilhelm. (wp)

  Beim Grosskhan der Mongolen

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  Stanley Stewart: Auf den Spuren von Dschingis Khan
Zu Pferd durch die Mongolei

Hamburg: National Geographic, 2005. 320 Seiten. 11 Euro
München: Frederking & Thaler, 2003. 300 Seiten.

Der kurze Moment der Mongolen des "being famous" in der Weltgeschichte ist schnell erzählt: Sie kamen, sie sahen und siegten - und dann verschwanden sie wieder. An einem schönen Morgen im Jahre des Herrn 1242.

Doch der Schock hat sich tief eingegraben in das kollektive Bewußtsein der Abendlandes. Selbst in Irland, der Heimat von Stanley Stewart, wo die Mongolen nie hinkamen. Seine Großmutter nannte den Wildfang immer "Mongole", wenn der dreckverkrustet vom Spielen nach Hause kam.

Jahrzehnte später beschließt der Mann seinem Spitznamen gerecht zu werden: Auf den Spuren Wilhelms von Rubruk reist er von Istanbul durch Russland, Kasachstan und die Mongolei - per Schiff, Bahn, Flugzeug und durch die Mongolei zu Pferde.

Allerlei Merk- und Denkwürdigkeiten begegnen ihm auf der Reise: Die Halbweltdame Olga aus Wolgograd, die das Kunststück fertig bringt, Stewart Tickets für den Kasachstan-Express zu besorgen, die es eigentlich nicht gibt. Oder Marat, halb Russe, halb Kasache, der den Autor als englischsprechender Führer nach Kirgisien begleitet.

Und schließlich die Mongolei. Weites Land, mürrische Nomaden, widerspenstige Pferde, ein schüchterner Schamane mit seiner umso resoluteren Frau, eine Schlägerei unter Hochzeitsgästen, die beinahe das ganze Fest platzen läßt.

Auf rund 300 Seiten beschreibt Stewart seine überaus kurzweiligen Abenteuer auf der Reise vom Bosporus nach Dadal im Burchan Chaldun-Gebirge, dem Geburtsort Dschinghis Khans. Jenes Mannes, dessen Taten bis nach Irland Widerhall fanden. (wp)

  Auf den Spuren von Dschingis Khan

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  Johannes von Plano Carpini: Kunde von den Mongolen 1245-1247
Sigmaringen: Thorbecke, 1997. 182 Seiten.

Im Frühjahr 1241 glaubte sich das Abendland dem Untergang nahe. Gott strafte die Christenheit für ihre Sünden, und seine Vollstrecker waren berittene Horden aus den Tiefen Asiens. Im April schlugen zwei mongolische Heere die Elite der mitteleuropäischen Ritter bei Liegnitz (Schlesien) und bei Mohi (Ungarn). Anfang 1242 standen sie vor Wien. Wer wollte sie noch aufhalten?

Doch dann geschieht das Unglaubliche: Die Reiter wenden ihre Pferde und verschwinden nach Osten. Europa atmet auf. Doch die quälenden Fragen blieben: Wer waren diese Reiter? Woher kamen sie? Waren sie zu schlagen? Oder konnten sie am Ende Verbündete werden im Kampf gegen die Heiden?

1245 schickte Papst Innocenz IV. einen Botschafter nach Osten. Zwei Jahre war Johannes von Plano Carpini unterwegs. Und nach seiner Rückkehr verfasste er diesen Reisebericht, der wesentlich das zeitgenössische Bild der Mongolen prägte.

Vergeblich sucht man nach den üblichen Schilderungen von Menschenfressern oder Ausgeburten der Hölle. Johannes war ein genauer Beobachter. Und so zeichnet sein Reisebericht eine detailiertes und facettenreiches Bild von den Mongolen - sehr viel mehr als die Schilderungen des Marco Polo. Plano Carpini schildert Sitten und Gebräuche der Nomaden ebenso wie ihre religiösen Bräuche und das familiäre Zusammenleben. Und die Politik der Khane kommt genauso wenig zu kurz wie die brennenden Fragen nach Waffen, Kriegführung und Kampfmoral der furchterregenden Mongolen. (wp)

  Kunde von den Mongolen

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  Marco Polo: Die Wunder der Welt
Die Reise nach China an den Hof des Kublai Khan

Frankfurt: Insel, 2004. 435 Seiten. 12 Euro
Hamburg: National Geographic, 2004. 250 Seiten. 11 Euro
Stuttgart: Edition Erdmann, 2003. 319 Seiten. 24 Euro
Zürich: Manesse, 1983. 508 Seiten 24,90 Euro

Bescheidenheit war nicht seine Stärke. "Kein Mensch, mag er nun Heide, Sarazene oder Christ sein, hat seit der Erschaffung Adams bis auf den heutigen Tag so viele und so gewaltige Dinge gesehen", schreibt Marco Polo im Prolog seines Reiseberichtes. Seine Zeitgenossen nannten ihn auch "Il Milione", weil er, ganz Kaufmann, den Staatseinkünften Kubilai Khans große Bedeutung beimaß. Doch selbst den erfolgreichen venezianischen Kaufleuten erschienen die Summen zu märchenhaft - wie so vieles andere, was Marco von den Ländern jenseits von Konstantinopel berichtete. (wp)

700 Jahre später ist der Fotograf Michael Yamashita auf den Spuren des Venezianers nach China gereist.

  Die Wunder der Welt

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  Simon Winchester: Der wilde Strom
Eine Reise auf dem Jangtse

München: btb, 2002. 475 Seiten. 11 Euro
München: Knaus, 2000. 474 Seiten. 24 Euro

Der Jangtse ist nicht nur der drittlängste Fluss der Erde. Für die Chinesen ist er Lebensader, Fluch und die unsichtbare Grenze zwischen Süd- und Nordchina. Simon Winchester ist den "Großen Fluss" 6500 Kilometer hinaufgefahren, von der Boje, die den Übergang des Flusses in das Gelbe Meer markiert, bis hin zu den Quellen im unzugänglichen Hochland von Qinghai. Seine Beschreibungen gelten jedoch nicht nur dem Land und seinen Bewohnern, immer wieder flicht er Anekdoten aus der Geschichte und der Mythologie des Reiches der Mitte ein. Eine lesenswerte Reise durch die Mitte Chinas - nicht nur als Vorbereitung einer Fahrt über den Jangtse. (wp)   Der wilde Strom

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